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Alexandros Tallos

Alexandros Tallos

Wenn Geld wichtiger ist als Vernunft - Waffen als Exportschlager

Themenabend "Deutsche Waffenexporte" mit Spielfilm und Dokumentation am Mittwoch, 23. September 2015, ab 20.15 Uhr im Ersten

München (ots) - Einen ganzen Abend widmet Das Erste am kommenden Mittwoch dem brisanten Thema "Deutsche Waffenexporte". Der aktuelle Rüstungsexportbericht des Bundes weist für 2014 die Ausfuhr von Kriegswaffen im Wert von 1,8 Milliarden Euro aus - das ist doppelt so viel wie im Jahr zuvor. Angesichts solcher Zahlen stellt sich verschärfter denn je die Frage nach der ethischen Mitverantwortung, die Politik, Wirtschaft und Gesellschaft beim Einsatz dieser Waffen in verbrecherischen Regimes und bei Bürgerkriegen in aller Welt auf sich nehmen, solang sie derartige Geschäfte in einem nie zuvor dagewesenen Umfang zulassen.

Der Film "Meister des Todes", mit dem der Themenabend um 20.15 Uhr beginnt, nimmt reale Vorgänge zur Grundlage, um sie fiktional zu verdichten. Die Handlung basiert auf gründlichen investigativen Recherchen des Drehbuchautors, Regisseurs und Produzenten Daniel Harrich. Im Film geht es um Schnellfeuerwaffen des fiktiven Waffenherstellers HSW, die in Provinzen Mexikos geliefert werden, die auf der Embargoliste der Bundesregierung stehen. Die illegale Weitergabe in diese Regionen organisiert und verschleiert die fiktive Firma HSW unter Duldung der zuständigen Behörden. Die staatliche Endverbleibskontrolle wird hier also bewusst ausgehebelt. Die Hauptperson des Films, ein junger Familienvater und Mitarbeiter von HSW, verkörpert von Hanno Koffler, gerät in einen Gewissenskonflikt, als er mit eigenen Augen ansehen muss, wie in Mexiko zwei oppositionelle Demonstranten mit den Gewehren "seiner" Firma erschossen werden. In weiteren Rollen spielen Heiner Lauterbach, Alina Levshin, Veronica Ferres, Udo Wachtveitl, Axel Milberg u.v.a. Eine Produktion der diwafilm im Auftrag von SWR (federführend), ARD Degeto und BR für Das Erste. Redaktion: Manfred Hattendorf und Michael Schmidl (SWR), Christine Strobl (ARD Degeto), Claudia Gladziejewski (BR)

Die anschließende Dokumentation "Tödliche Exporte - Wie das G36 nach Mexiko kam" geht dem Verdacht nach, dass Manager der schwäbischen Firma Heckler & Koch unter den Augen der Genehmigungsbehörden einen illegalen Waffendeal einfädelten. Es geht um ein Millionengeschäft und die Frage: Hat Heckler & Koch beim Verkauf von G36 Sturmgewehren nach Mexiko deutsche Gesetze gebrochen und gezielt die Rüstungsexportkontrollen umgangen? Die Dokumentation von Daniel Harrich zeigt, wie leicht der politische Grundsatz - keine Waffen in Kriegs- und Krisengebiete, Folter- und Polizeistaaten - von deutschen Rüstungsfirmen umgangen werden kann. Die Doku will herausfinden, was die Exportbeschränkungen der Bundesregierung tatsächlich wert sind. Eine Koproduktion der Diwafilm mit dem SWR und BR für Das Erste. Redaktion: Thomas Reutter (SWR), Claudia Gladziewski (BR)

Quelle presseportal Foto by flickr/ippnw Deutschland

Fortschritt oder Rückschritt in der EU?

Zum Bau neuer Zäune und Grenzkontrollen in der EU


Berlin (ots) - »Die Mauer in den Köpfen überwinden« war vor 25 Jahren die Maxime, nachdem in Europa die Grenzen gefallen waren. Heute stehen Mauern nicht nur in den Köpfen der meisten EU-Staatschefs, sie bauen sie auch auf: Zu Stacheldraht geronnene Idiotie, metallener Auswurf rassistischer, nationalistischer und eigennütziger Kurzsichtigkeit, der grenzkontrollierte Beweis von Unfähigkeit, Widerwillen und Ablehnung. Das ist die Europäische »Union« im Jubeljahr. Offenbar einzig darin vereint, ihre Delegitimierung schnellstmöglich voranzutreiben. Reden von irgendwelchen europäischen Werten treiben einem ohnehin nur noch Tränen verzweifelt-zynischen Lachens in die Augen. So wie die Maßnahmen zur Bewältigung der Herausforderungen, die etwa durch die Kriege im nahen und mittleren Osten erwachsen, eine intellektuelle Beleidigung sind. Die Fakten sind: Geflüchtete werden solange kommen, bis sie in ihrer Heimat nicht mehr existenziell bedroht sind. Menschen auf der Suche nach Sicherheit lassen sich nicht von Zäunen, dem Mittelmeer oder Grenzern aufhalten - für sie geht es um Flucht und Leben oder Verzweiflung und Tod. Das ist die Prämisse. All das Geld für die Abschottung, investiert in Aufnahme und Integration, bedeutete keine Schleuser (und deren teure wie heuchlerische Bekämpfung), keine zwischen Ländern umherirrenden Menschen, keine von Europa getöteten Flüchtlinge. So aber ist die EU im Jahr 2015 auch: Mörderin mit Friedensnobelpreis.

Quelle presseportal Foto by flickr/Jessika Scheel

Frauen Portraits and more in der neuen BRIGITTE WIR

"Alter hat Zukunft": Gruner + Jahr startet mit BRIGITTE WIR ein neues Magazin für die "dritte Lebenshälfte"

Hamburg (ots) - Die erste Ausgabe von BRIGITTE WIR ist ab morgen für 4,50 Euro im Handel erhältlich. "Das Magazin für die dritte Lebenshälfte" aus dem Verlagshaus Gruner + Jahr wendet sich an weltoffene und lebenskluge ältere Frauen. Diese Frauen fühlen sich heute fitter und unternehmungslustiger als jede Generation vor ihnen. BRIGITTE WIR spiegelt ihre Wünsche, ihre Trauer und ihre Träume wider.

BRIGITTE WIR präsentiert sich mit starken Bildern und ausführlichen Texten. Das Magazin setzt auf ein ruhiges und übersichtliches Layout und verzichtet bewusst auf kleinteilige Gestaltungselemente. So wird es etwa in jeder Ausgabe eine große, monothematische Bildstrecke geben. Im ersten Heft sind das Frauen-Porträts, die zeigen, wie schön gelebtes Leben aussehen kann. Es bietet zudem eine Reportage über die lebenslustigen Frauen von Guantanamo, ein Gespräch mit der Sängerin Joni Mitchell, eine vom Kinoklassiker "Harold and Maude" inspirierte Modestrecke sowie Geschichten über den Wert von Freundschaft und den Verlust von Schönheit und Gesundheit. Umfangreiche Service-Tipps - im ersten Heft zum Thema "Wohnen im Alter" - finden sich in einer Extra-Beilage zum Herausnehmen und Sammeln.

Die Rubrizierung von BRIGITTE WIR orientiert sich an einem Bewegungsspiel aus der Kindheit der Leserinnen: "Ein Hut, ein Stock, ein Regenschirm und vorwärts-rückwärts-seitwärts-ran!". Unter "vorwärts" finden sich Geschichten mit aktuellem Fokus, "rückwärts" blickt in die Vergangenheit, "seitwärts" behandelt die schönen Dinge, die das Leben bereichern, wie Kultur, Mode oder Reisen. "Ran"-Themen hingegen spiegeln die schmerzlichen Seiten des Älterwerdens - Geschichten, die unter die Haut gehen.

"BRIGITTE WIR zieht den Hut vor Frauen ab 60 und steht ihnen ab jetzt mit einem neuen Magazin zur Seite", so Karin Weber-Duve, Redakteurin und Gründungsmitglied von BRIGITTE WIR. "Wir wollen diese Generation aus der Unsichtbarkeit hervorholen - offen, unverblümt und humorvoll."

Frank Stahmer, Verlagsgeschäftsführer Gruner + Jahr: "BRIGITTE WIR ist neu und einzigartig. Es spiegelt das Lebensgefühl und die Lebenswelt älterer Frauen wider. Wir begründen ein neues Segment im Markt der Frauenzeitschriften, genauso wie wir es vor gut zehn Jahren schon mit BRIGITTE WOMAN sehr erfolgreich vorgemacht haben. Es ist längst überfällig, dass diese tolle Zielgruppe der älteren Frauen medial und werblich nicht mehr vernachlässigt wird."

BRIGITTE WIR ist ab 16. September für 4,50 Euro im Handel erhältlich. Jede Ausgabe bietet in hochwertiger Heftausstattung neben Reportagen, Gesundheits-, Psycho- und Kulturthemen einen ausführlichen Service-Teil, etwa zu den Themen Wohnen, Geld oder Medizin. Die zweite Ausgabe erscheint Mitte November. Die Druckauflage liegt bei 150 000 Exemplaren.

Quelle presseportal Foto by obs/BRIGITTE WIR 1/15

Asylanten - Alibi für Politik?

Spalter Schäuble - zu den Plänen des Bundesfinanzministers, Einsparungen aufgrund vermehrter Flüchtlingsankünfte vorzunehmen

Berlin (ots) - Im Prinzip ist es einfach: Das reiche Deutschland könnte Hunderttausende Flüchtlinge aufnehmen. Eine humanistische Selbstverständlichkeit ist dies deshalb nicht, weil die Aufnahme von Asylsuchenden auch eine Frage des Geldes ist. Davon ist genug da, es ist aber falsch verteilt. Wer sagt: Politik könnte daran etwas ändern, spricht vernünftig, hat aber (oder deshalb) viele Gegner. Experten rechnen nun mit weniger Steuereinnahmen. Statt darauf mit einem Plan zur Umverteilung zu reagieren, die der gegenwärtig so häufigen Benutzung des Wortes »Solidarität« angemessen wäre, wird die Bevölkerung auf den Rotstift vorbereitet. Noch weiß niemand, wo was gestrichen werden soll - aber die Chance darf als gering gelten, dass unter dieser Regierung bei Rüstung oder Konzernprivilegien begonnen wird. Schäubles Kurs ist ungerecht, er ist auch gefährlich, trägt er doch dazu bei, die Aufnahme von Flüchtlingen Neiddebatten auszusetzen. Man kennt das leider bereits: Haben »wir« Asylsuchenden nicht »schon genug geholfen«? Wie im Fall der »Griechenlandhilfe« gilt: Wer ist wir, wo ist oben, wo unten? Zwischen Flüchtlingen und der Mehrheit spaltet, wer wie diese Koalition Vermögen, Erbschaften, Profite in Ruhe lässt. Dass die SPD nicht dagegen den Mund aufmacht, bezeugt, wie weit sie sich vom noblen Prinzip sozialdemokratischer Umverteilung verabschiedet hat. Sozusagen die Tragödie als Farce: Heute gilt praktisch schon als Sozialist, wer nur die Rückkehr zu einem Maß steuerlicher Einbeziehung der »Starken« wie zu Zeiten Helmut Kohls fordert.

Quelle presseportal Foto by flickr/Christliches Medienmagazin pro

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