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Alexandros Tallos

Alexandros Tallos

Das politische Bauernopfer

Verfassungsrechtler wirft Justizminister Maas Populismus vor

Düsseldorf (ots) - Der Bochumer Verfassungsrechtler Julian Krüper hat den Umgang mit Generalbundesanwalt Harald Range scharf kritisiert. "Kanzlerin, Minister und Rechtspolitiker aller Couleur stimmten in das ,Steiniget ihn' ein", schreibt Krüper, der Jura-Professor an der Ruhr-Universität ist, in einem Gastbeitrag für die in Düsseldorf erscheinende Rheinische Post (Mittwochausgabe). Das "eigentlich Beunruhigende" an der Debatte um die Ermittlungen gegen das Blog Netzpolitik.org und an Ranges Entlassung sei, "dass der Legitimität und Rationalität staatlicher Verfahren aus schierem Populismus selbst von denen abgeschworen wurde, die es besser wissen sollten". Krüper kritisiert insbesondere Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD): Maas habe ein eigenes Gutachten in Aussicht gestellt, "dessen Ergebnis schon feststand". Ranges Krisenkommunikation sei "sicher nicht optimal" gewesen; er habe aber mit der Aufnahme von Ermittlungen nach der Strafanzeige durch das Bundesamt für Verfassungsschutz nur seine gesetzliche Aufgabe erfüllt. "Dass eine solche Strafanzeige als zu dünn, zu heiß oder zu ,unverhältnismäßig' vom Tisch gewischt würde, wie mancher es sich offenbar wünschte, war kaum denkbar", schreibt Krüper: "Eine so nonchalante Generalbundesanwaltschaft kann sich auch niemand erhoffen, schon gar nicht Freunde des Rechtsstaats. Denn dafür sind Ermittlungen da: herauszufinden, ob ein Vorwurf berechtigt ist."

Quelle: presseportal.de / Rheinische Post - Foto: flickr / SPD Saar

Range wird gegangen

Leitartikel von Reinhard Zweigler zum Range-Rauswurf

Regensburg (ots) - Es lag wohl nicht an der brütenden Hitze, dass die Matadore der Affäre um die Veröffentlichungen des Internet-Blogs Netzpolitik.org gestern so hitzig zuschlugen. Erst bettelte der oberste deutsche Ermittler Harald Range mit einer unverschämten Unterstellung gegen seinen Dienstherren Bundesjustizminister Heiko Maas förmlich um seinen Rauswurf. Dann schickte der SPD-Mann Range nur wenige Stunden später in den Ruhestand und rief ihm gleich noch nach, er habe nicht die Wahrheit gesagt. Man könnte über diese Chaostage im Sommerloch rasch hinweggehen, wenn es sich bei den Akteuren nicht um den Bundesjustizminister und den nun Ex-Generalbundesanwalt handeln würde. Beide, Maas und Range, haben dem Ansehen der Justiz hierzulande Schaden zugefügt. Dabei ist der ungeschickte Range doch nur das Bauernopfer, selbst wenn er das mit seinen provokanten Äußerungen Richtung Berlin selbst bezweckt haben mag. An der Entstehungsgeschichte dieser aktuellen Internet-Affäre sind auch andere maßgeblich beteiligt. Allen voran der Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen. Der eifrige Mann aus der Ministerialbürokratie hatte die Inlands-Geheimdienst-Behörde auf dem Höhepunkt der NSU-Krise übernommen. Kompetenzwirrwarr und Schlampigkeit bei Verfassungsschutz (VS) und Bundeskriminalamt hatten dazu geführt, dass die bundesweiten Morde des rechtsextremen Trios aus Thüringen jahrelang nicht aufklärt werden konnten. Das Kölner Bundesamt war offenbar auf dem rechte Auge äußerst sehschwach. Maaßen versprach, das zu ändern. Und die Bundesregierung schob ihm mit einem Reformgesetz weitreichende Kompetenzen zu. Dieser Art von der Regierung zum Tätigsein in alle Richtungen ermuntert, planten die Verfassungsschützer nun, auch das Internet noch stärker ins Visier zu nehmen. Denn im weltweiten Netz tummeln sich viele Verfassungsfeinde ziemlich ungeniert. Allerdings bekamen Blogger von den neuen Überwachungsplänen des Kölner VS-Bundesamtes Wind. Sie veröffentlichten flugs, was ihnen aus dem Dienst selbst oder anderen Quellen "durchgestochen" worden war. So weit, so transparent. Mit ihren Veröffentlichungen, von denen die weite Öffentlichkeit allerdings kaum Notiz nahm, rührten die Blogger jedoch an dem Selbstverständnis des Verfassungsschutzes. Nicht die Tatsache allein, dass interne Papiere ins Netz gestellt wurden, sondern vor allem, dass es innerhalb des Dienstes selbst und/oder im zuständigen Innenministerium sowie im parlamentarischen Raum "undichte Stellen" geben müsse, brachten Maaßen und Co. auf die Palme. Sie witterten "Landesverrat". Einem Vergleich zur Spiegel-Affäre von Anfang der 60er Jahre hält die aktuelle Auseinandersetzung nicht stand. Damals im Kalten Krieg ging es um größere Beträge. Franz-Josef Strauß scheute seinerzeit nicht davor zurück, die Justiz gegen das unliebsame Nachrichtenmagazin von Rudolf Augstein einzusetzen, weil der interne Bundeswehrpapiere abdruckte. Auf Dauer geschadet hat diese Affäre weder Strauß und erst Recht nicht dem Spiegel, der zum "Sturmgeschütz der Demokratie" erhoben wurde. Ausgestanden ist die Blogger-Affäre mit dem Rauswurf von Range allerdings noch nicht. Doch den großen historischen Atem haben weder die Affäre noch die Akteure wie Heiko Maas, Ex-Generalbundesanwalt Harald Range oder VS-Präsident Maaßen und sein Dienstherr Thomas de Maizière. Dass die Meinungs- und Pressefreiheit auch im Internet zu gelten hat, ist jedoch ein Auftrag an die Politik sowie an die unabhängige Justiz. Und zugleich liegt dies in der Verantwortung der Millionen Nutzer selbst.

Quelle: presseportal.de / Mittelbayerische Zeitung - Foto: flickr / Markus Winkler

Was kostet eine Hochzeit?

Viele Deutsche glauben, dass eine Hochzeit deutlich teurer ist, als 5000 Euro

Wenn man heiratet, kann das teuer werden - das weiß jeder. Angefangen bei den Ringen über das Hochzeitskleid bis zu der Hochzeitsparty mit vielen Gästen, Dj und Buffet geht eine Hichzeit richtig ins Geld. Aber wie teuer eine Hochzeit wirklich werden kann, darüber gehen die Meinungen und die Erfahrungen deutlich auseinander.

Deshalb hat cosmos direkt forsa mit einer repräsentativen Umfrage beauftragt, um herauszufinden, wie teuer Paare die Kosten für eine Hochzeit schätzen. Heraus kamen dabei ein paar interessante Details. Mehr als 64% aller Befragten schätzen die Kosten danach als deutlich höher als 5000 Euro. Allerdings waren es in Wirklichkeit nur ca 22%, die tatsächlich mehr als 5000 Euro für Ihre Hochzeit ausgegeben haben. Für etwa 16% lagen die Kosten im Bereich zwischen 5.000 und 10.000 Euro.

Noch mehr gaben nur 6% aller Befragten aus. Sie investierten demnach über 10.000 Euro für den 'schönsten Tag im Leben'. In den letzten Jahren haben besonders Veranstalter aus dem Musikbereich, dem Veranstaltungsbereich und dem Catering ohnehin schon festgestellt, dass die Ausgaben der Heiratswilligen Paare deutlich zurückhaltender waren, als noch vor zehn und mehr Jahren. Nichts desto trotz lassen sich auch heute noch die Verliebten diesen besonderen Tag eine Menge kosten. Besonders die Romantiker setzen sich dabei immer mehr durch. Dabei wird oft die weiße Kutsche und das romantische Ambiente der ausgelassenen Party vorgezogen. Dabei schlagen besonders auch die Kosten für Fotografen auf, die in aller Regel deutlich über 1000 Euro betragen, während die Kosten für mobile Discotheken über die letzten 20 Jahre fast gleich geblieben sind. Dabei haben natürlich die Paare wenig Übersicht darüber, wer dann letztlich auf Ihrer Hochzeit die Stimmung machen soll. Paare sollten es sich also gut überlegen, ob sie für den vielleicht wichtigsten Teil Ihrer Party einen Billig Anbieter auswählen sollten. Wer Ihnen ein Angebot unter 500 Euro für einen ganzen Abend macht, der arbeitet in aller Regel auch genau so - einfach billig. Für einen gelungenen Abend sollten Sie einen Profi engagieren, der Sie humorvoll und stimmungsgeladen durch den Abend führt, so dass Ihre Gäste noch in einigen Monaten von einem tollen Abend sprechen werden.

Quelle: presseportal.de - Foto: by flickr / Thomas Teubert

Faktencheck: Ehe aus Liebe oder aus Geldgründen?

Kosten einer Ehe - So denken die Deutschen über Geld und Liebe

Saarbrücken (ots)
   - Romantik und Liebe sind die überzeugendsten Gründe, sich das
     Jawort zu geben - doch eine Mehrheit findet auch Finanzen und
     Steuern sehr wichtig.
   - Zwei Drittel der Verheirateten in Deutschland ließen sich ihre
     Hochzeit bis zu 5.000 Euro kosten; Unverheiratete rechnen mit
     deutlich höheren Ausgaben.
   - Die große Mehrheit finanziert sich den schönsten Tag ihres
     Lebens selbst.

Nur von Luft und Liebe leben? Für viele Paare hört bei der Hochzeitsplanung die Romantik auf: Kleid, Kutsche und Koch bezahlen sich schließlich nicht von selbst. Doch wollen die Deutschen überhaupt noch den Bund der Ehe schließen? Was bezahlen sie für den schönsten Tag ihres Lebens? Und wie regeln Paare nach der Hochzeit ihre Geldangelegenheiten? Im Auftrag von CosmosDirekt hat das Meinungsforschungsinstitut forsa Unverheiratete, Verheiratete und Geschiedene zum Thema Hochzeit bzw. Scheidung und Finanzen befragt.(1) Dieser Faktencheck fasst die wichtigsten Ergebnisse zusammen.

Jeder zweite Ledige kann sich vorstellen, zu heiraten - ein wichtiger Grund sind die Finanzen

   - Die Mehrheit der ledigen Deutschen (57 Prozent) kann sich
     vorstellen, zu heiraten.
   - Der Großteil dieser "Heiratswilligen" (89 Prozent) würde zwar
     vor allem der Romantik und Liebe wegen eine Ehe eingehen,
     gleichzeitig sehen 56 Prozent eine Hochzeit auch pragmatisch:
     Für sie sind finanzielle bzw. steuerliche Vorteile ein wichtiger
     Grund, um vor den Altar zu treten.

Buffet, Band, Brautkleid: Was kostet eine Hochzeit?

   - Ein Großteil der unverheirateten Deutschen (64 Prozent) schätzt,
     dass eine Hochzeit mehr als 5.000 Euro kostet.
   - Tatsächlich hat aber nur jedes fünfte verheiratete Paar (22
     Prozent) über 5.000 Euro für das Fest ausgegeben.
   - Ebenfalls 22 Prozent der Verheirateten ließen sich ihre Hochzeit
     bis zu 1.000 Euro kosten.
   - 45 Prozent der Eheleute griffen etwas tiefer in die Tasche und
     bezahlten zwischen 1.000 und 5.000 Euro.

Bei einem Drittel zahlen größtenteils die Brauteltern das Fest

   - 69 Prozent der Befragten haben ihre Hochzeit hauptsächlich mit
     ihrem Ersparten bezahlt.
   - Jedem dritten Paar (33 Prozent) wurde das Fest zum großen Teil
     von den Eltern der Braut finanziert.
   - Bei 22 Prozent der Befragten übernahmen die Eltern des
     Bräutigams einen Hauptteil der Rechnungen.

Nur Bares ist Wahres - das gilt vor allem fürs Hochzeitsgeschenk

   - 72 Prozent der Unverheirateten würden sich am meisten über
     Geldgeschenke zur Hochzeit freuen.
   - Immerhin jeder Zweite (52 Prozent) würde gern kreative
     persönliche Geschenke wie Basteleien oder Fotokollagen auf dem
     Gabentisch sehen.
   - Haushaltsgegenstände eignen sich dagegen weniger als
     Hochzeitsgeschenke: Gerade einmal 15 Prozent der Befragten
     wünschen sich Mixer, Staubsauger & Co. zur Hochzeit.

Gemeinsames Leben, gemeinsame Konten

   - Jedes zweite deutsche Ehepaar (50 Prozent) teilt sich ein Konto.
   - Für 15 Prozent gilt jedoch: Gemeinsames Leben, aber getrennte
     Konten.
   - Jeder Dritte (34 Prozent) legt sich nach der Eheschließung
     finanziell nicht fest: Er nutzt sowohl gemeinsame, als auch
     getrennte Konten.

Verliebt, verlobt, verheiratet, geschieden - und dennoch halb so schlimm

   - Saubere Trennung: Für die Mehrheit der Geschiedenen (76 Prozent)
     spielten finanzielle Auseinandersetzungen keine große Rolle bei
     der Scheidung.
   - Für 36 Prozent sah es nach der Scheidung auf dem Bankkonto
     schlechter aus - sei es wegen des Verlustes von Ersparnissen (50
     Prozent), der Aufgabe des Hauses bzw. der Wohnung (48 Prozent)
     oder aufgrund von Unterhaltszahlungen (37 Prozent).
   - Für weitere 36 Prozent veränderte sich die finanzielle Situation
     durch die Scheidung nicht.
   - Knapp einem Viertel der Geschiedenen (24 Prozent) ging es nach
     der Trennung finanziell sogar besser als zuvor.

(1) Repräsentative forsa-Umfrage "Meinungen rund um das Thema Hochzeit und Scheidung" im Auftrag von CosmosDirekt. Im Juni 2015 wurden insgesamt 3.050 Verheiratete, Heiratswillige, Ledige und Geschiedene ab 18 Jahren in Deutschland befragt.

Quelle: presseportal.de www.cosmosdirekt.de/faktencheck-ehekosten - Foto: by Hartwig HKD

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