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Alexandros Tallos

Alexandros Tallos

Wahlen in Portugal

Frankfurter Rundschau: Müde Portugiesen

Frankfurt (ots) - Wenn Portugiesen zur Wahl gerufen werden, stimmen sie immer wieder für eine der beiden großen Parteien. Diesmal mehrheitlich für die Bürgerlichen unter Ministerpräsident Coelho. Es ist kein Triumph und erst recht kein Beweis uneingeschränkten Vertrauens. Die Portugiesen sind der Krise müde, aber auch aller Versprechen einer goldenen Zukunft. Ein radikaler Wechsel im Politikstil, so wie unter Syriza in Griechenland? Lieber nicht. Passos Coelho hat seinen Landsleuten in den vergangenen vier Jahren mehr abgefordert, als er vorgesehen hatte: Die Steuererhöhungen und die Leistungskürzungen fielen deutlich härter aus als geplant. Aber die Richtung seiner Politik war die angekündigte. Das, und nicht viel mehr, haben ihm seine Wähler an diesem Sonntag zugute gehalten.

Quelle presseportal  Foto by pixabay/ClkerFreeVectorImages

Bild sorgt für Unruhe in der Flüchtlingsfrage

Aufnahme von Flüchtlingen: Fatale Abschottung

Berlin (ots) - Die Behauptung einer großen Boulevardzeitung sorgt für Unruhe. Von Seiten des Innenministeriums hieß es, dass die verbreitete Zahl von insgesamt 1,5 Millionen Asylbewerbern, die in diesem Jahr nach Deutschland kommen sollen, zweifelhaft sei. Trotzdem reagierten Politiker der Regierungsparteien umgehend auf die nicht bestätigte Meldung. Immer mehr Christ- und Sozialdemokraten behaupten, dass die Bundesrepublik bald »überlastet« sei. Tatsächlich drohen im Winter Probleme, weil viele Flüchtlinge in Zelten untergebracht worden sind. Die schwarz-roten Politiker diskutieren jedoch nicht in erster Linie über bessere Unterkünfte, sondern haben vor allem weitere Abschottungsmaßnahmen im Auge. Diese sind fatal. Denn rechtsstaatliche Prinzipien werden ignoriert. So sind die von Innenminister Thomas de Maizière favorisierten Transitzonen an den Landesgrenzen, von wo aus Flüchtlinge schnell zurückgeschickt werden sollen, nicht mit europäischem Recht vereinbar. Sicherlich spielt bei den Überlegungen von Union und SPD auch die Furcht vor weiteren Erfolgen rechter Parteien eine Rolle. Die AfD kann laut Umfragen mit wachsendem Zuspruch in der Bevölkerung rechnen. Doch die Rechtspartei wird nicht wirksam bekämpft, indem man ihre Forderungen übernimmt. Nur wer sich deutlich von ihr und Texten mit ausländerfeindlichem Unterton in der »Bild«-Zeitung distanziert, kann verhindern, dass die Ablehnung in der Bevölkerung gegenüber Flüchtlingen zunimmt.

Quelle presseportal  Foto by commons/wikimedia/Transferred from de.wikipedia to Commons by Leyo using CommonsHelper.

Spendengelder für Afrika

Medizin-Nobelpreis 2015 für ehemaligen MSD Forscher

Haar (ots) - Der diesjährige Nobelpreis für Medizin geht an den gebürtigen Iren und ehemaligen MSD Forscher William C. Campbell und den Japaner Satoshi Omura für ihre Therapieansätze gegen die, zu den Neglected Tropical Diseases gehörenden, Parasitenkrankheiten Flussblindheit und Elefantiasis. Von beiden Krankheiten sind nach Schätzungen der WHO mindestens 25 Millionen Menschen vor allem in Südamerika, Asien und Afrika betroffen. Aber auch in Deutschland gibt es Bedarf für das Therapeutikum, das in Frankreich u.a. zur Behandlung von Scabies zugelassen ist.

Flussblindheit und Elefantiasis werden durch Fadenwürmer ausgelöst, die über den Stich der Kriebelmücke übertragen werden. Typische Symptome der Flussblindheit sind starker Juckreiz, entstellende Hauterkrankungen und die Reduzierung des Sehvermögens bis hin zur vollständigen Erblindung. Elefantiasis, ist eine der Hauptursachen für Invalidität in den endemischen Regionen (Indien u.a. asiatische Länder, Afrikanische Staaten), wenn Gliedmaßen und Genitalien der Betroffenen schmerzhaft und entstellend anschwellen.

Dr. Campbell konnte im Rahmen seiner Tätigkeit für MSD in Studien zeigen, dass der Wirkstoff Ivermectin gegen Flussblindheit und Elefantiasis auslösende Parasiten wirksam ist.

Heute wissen wir: Schon eine einzige jährliche Dosis von drei Tabletten des Medikamentes MECTIZAN® (Ivermectin) kann die Symptome lindern und die Erblindung stoppen. Seit 1987 verteilt MSD das Arzneimittel daher im Rahmen des MECTIZAN Spendenprogramms, mit Unterstützung der WHO, kostenlos in den betroffenen Ländern.

Das MECTIZAN Spendenprogramm (MDP) ist das am längsten laufende Medikamentenspendenprogramm seiner Art in der Geschichte der internationalen Entwicklungszusammenarbeit. Hanspeter Quodt, Geschäftsführer MSD Deutschland, erläuterte das Engagement seines Unternehmens: "Als das Team um Dr. Campbell mit Ivermectin ein wirksames Medikament gegen Flussblindheit entwickelt hatte, starteten wir 1987 das Spendenprogramm zusammen mit der WHO und weiteren Partnern wie z.B. der Christoffel-Blindenmission. Wir beschlossen, es so lange laufen zu lassen, bis die Krankheit ausgerottet und kein öffentliches Gesundheitsproblem mit gravierenden sozialen Folgen mehr darstellen würde. Später wurde das Programm auf die Behandlung von Elefantiasis ausgeweitet. Wir sind sehr stolz auf die Auszeichnung für unser Medikament und hoffen, dass diese dazu beiträgt, dass das Leid der ärmsten Menschen der Welt wieder stärker in unser aller Bewusstsein rückt."

Seit dem Start des Spendenprogramms konnten in 33 Ländern Äquatorialafrikas, Mittel- und Südamerikas und im Jemen über eine Milliarde Behandlungen gegen Flussblindheit und Elefantiasis durchgeführt und jährlich 40.000 Blindheitsfälle vermieden werden. Neben Ecuador und Kolumbien hat Mexiko in der vergangenen Woche "Erradication" der Flußblindheit gemeldet, 26 afrikanische Staaten arbeiten daran, dieses Ziel bis 2020 zu erreichen.

Auch in Deutschland spielt das Medikament aktuell eine große Rolle: Es wird momentan in Sammelunterkünften zur Therapie von Scabies, im Volksmund Krätze genannt, eingesetzt. MSD Deutschland ist den Kommunen bei der Bereitstellung des Medikaments, das in Europa nur in Frankreich und den Niederlanden zugelassen ist, behilflich.

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Ein deutliches Nein zu Cannabis Verkauf

BERLINER MORGENPOST: Kommentar von Gilbert Schomaker zur Nein des Bundesamts für Arzneimittel und Medizinprodukte zur Einrichtung von vier Cannabis-Verkaufsstellen: Ein deutliches Nein

Berlin (ots) - Deutlicher hätte das Nein zur Freigabe von Cannabis nicht ausfallen können. Das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte hat den Antrag des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg auf legale Verkaufsstellen für Haschisch und Marihuana abgelehnt. Der Grund ist eindeutig: Die Abgabe von Cannabisprodukten zu Genusszwecken ist mit dem Betäubungsmittelgesetz nicht vereinbar. Nur aus medizinischen Gründen, wenn ein Patient unter starken, anders nicht zu lindernden Schmerzen leidet, kann eine Cannabistherapie angewendet werden. Das, was das grün-regierte Bezirksamt vorhatte, ist schlichtweg nicht erlaubt. Das Bundesamt handelt nur nach Recht und Gesetz. Etwas anderes ist auch gar nicht möglich. "Sollte sich die Akzeptanz gesetzlicher Verbotsregeln im Verlauf einer gesellschaftlichen Entwicklung tatsächlich verändert haben, ist es Aufgabe des Gesetzgebers, dieser etwaigen Änderungen durch gesetzliche Neuregelungen Rechnung zu tragen", schreibt das Bundesamt. Und genau darum geht es. Das, was die Kreuzberger Bezirkspolitiker wollten, ist wieder einmal die Welt zu verändern. Weil man es vermeintlich besser weiß, will man sich über Gesetze hinwegsetzen. Das ist nicht das erste Mal. So scheiterte das Bezirksamt grandios, als es mit der von Flüchtlingen besetzen Gerhart-Hauptmann-Schule die Flüchtlingspolitik der Bundesrepublik, wenn nicht gar Europas verändern wollte. Am Montag erlitt das Bezirksamt in diesem Fall erneut eine juristische Schlappe. Die Schule darf weiter nicht geräumt werden. Zurück zu den Drogen: Wer den Verkauf legalisieren will, benötigt dafür eine gesellschaftliche Mehrheit. Die gibt es aber nicht. Denn nicht von ungefähr warnen Drogenexperten davor, dass die Gefahr, die von Cannabis ausgeht, unterschätzt wird. Das Problem ist, dass der Konsum jetzt schon bei vielen Jugendlichen viel zu hoch ist. Bisher konnte niemand plausibel erklären, wieso der legale Handel eben einen solchen übermäßigen Konsum stoppen würde. Es wäre gut, wenn Bezirkspolitiker sich auf Bezirks- und nicht auf Weltpolitik konzentrieren würden.

Quelle presseportal  Foto by commons/wikimedia/Own work

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