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Alexandros Tallos

Alexandros Tallos

Reallohnindex in Deutschland gestiegen

3. Quartal 2015: Reallöhne steigen um 2,4 %, Nominallöhne um 2,6 %

Wiesbaden (ots) - Der Reallohnindex in Deutschland ist nach den Ergebnissen der Vierteljährlichen Verdiensterhebung vom dritten Quartal 2014 bis zum dritten Quartal 2015 um durchschnittlich gut 2,4 % gestiegen. Der Nominallohnindex legte nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im gleichen Zeitraum um knapp 2,6 % zu. Diese Zunahme verblieb durch den niedrigen Anstieg des Verbraucherpreisindex von 0,1 % fast vollständig bei den Beschäftigten. Sowohl die regelmäßig gezahlten Verdienstbestandteile als auch die Sonderzahlungen trugen zu dem Lohnanstieg bei.

Wie bereits in den ersten beiden Quartalen des Jahres 2015 setzte sich auch im dritten Quartal 2015 der hohe nominale Verdienstzuwachs bei Beschäftigten mit eher unterdurchschnittlichen Verdiensten fort. So lag beispielsweise zwischen dem dritten Quartal 2014 und dem dritten Quartal 2015 der Anstieg der monatlichen Bruttoverdienste bei den ungelernten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mit + 3,9 % deutlich über dem der Beschäftigten insgesamt (+ 2,6 %). In welchem Maße die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns zum 1. Januar 2015 die Veränderungsraten des Nominal- beziehungsweise Reallohnindex beeinflusst haben, lässt sich auf Basis der vorliegenden Daten nicht quantifizieren.

Aufgrund der Entwicklung der ersten drei Quartale 2015 werden für das Jahr 2015 deutliche Reallohnzuwächse erwartet. So legten in den genannten Quartalen die Nominallöhne verglichen mit den ersten drei Quartalen des Jahres 2014 um 2,8 % zu, die Verbraucherbraucherpreise stiegen um 0,2 %.

Der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst eines Vollzeitbeschäftigten ohne Sonderzahlungen lag in Deutschland im dritten Quartal 2015 bei 3 624 Euro. Diese Angabe entspricht dem arithmetischen Mittel. Knapp zwei Drittel der Vollzeitbeschäftigten verdienen weniger als den gesamtwirtschaftlichen Durchschnittswert. Differenziert nach Beschäftigtengruppen bestehen deutliche Unterschiede in der Höhe der Bruttoverdienste. Während Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Energieversorgung monatlich durchschnittlich 4 867 Euro verdienten, zahlten Arbeitgeber den Beschäftigten im Gastgewerbe 2 178 Euro.

Quelle presseportal  Foto by flickr/Henry Herkula

Genießen ohne Reue in der Weihnachtszeit

Ein paar Tipps, wie gutes Essen an den Feiertagen auch dem Magen bekommt

Baierbrunn (ots) - Festliches Essen und Schlemmen gehören zu Weihnachten wie die Geschenke. Doch die Verdauung macht manchmal nicht mit, Aufstoßen, Völlegefühl oder Blähungen sind die unangenehmen Nebenwirkungen. Besser fährt, wer die Mahlzeiten bewusst plant. Essen Sie nicht unnötig fett, rät das Apothekenmagazin "Senioren Ratgeber" - Fett bremst die Verdauung. Deshalb sind zum Beispiel Pellkartoffeln als Beilage zu fettem Fleisch bekömmlicher als Pommes. In Ruhe genießen und auf den Körper hören! Wer zu hastig isst, übersieht leicht den Zeitpunkt, wann es genug ist, denn der Körper signalisiert erst nach etwa 20 Minuten, dass er satt ist. Um nachts gut zur Ruhe zu kommen, nicht später als drei Stunden vor dem Schlafengehen essen. Leider verhilft weder der Schnaps noch ein Espresso danach zur besseren Verdauung. Alkohol bremst sogar die Magenentleerung, Kaffee macht lediglich wach. Besser: Eine Runde spazieren gehen.

Quelle presseportal  Foto by flickr/Butaris

Parlamentswahlen in Spanien

Die Jugend begehrt auf Kommentar Von Michael Bröcker

Düsseldorf (ots) - Die herbe Klatsche für die regierenden Konservativen von Mariano Rajoy bei der Parlamentswahl in Spanien war keine Überraschung. Spaniens Jugend hatte in den letzten Jahren der Krise schon mit den Füßen abgestimmt. Und das Land verlassen. Nirgendwo in Europa ist die Perspektivlosigkeit für junge Leute so frappant. Jeder zweite Jugendliche in Spanien sucht einen Job. Nur in Griechenland ist die Lage noch schlimmer. Dass ausgerechnet Spaniens Jugend, die heimattreu und familienorientiert ist, in Massen auswandert, hätte Rajoy zu denken geben müssen. Er sanierte die Finanzen des Landes, er reformierte geduldig, doch er vergaß die Angebote für die Jugend. Hinzu kam, dass der 60-jährige Regierungschef gegen die jugendlichen Pop-Stars der Opposition fad und bieder wirkte. Keiner, mit dem man in der Tapas Bar einen Rioja trinken würde. Doch Vorsicht! Spanien braucht keinen Jungspund, der das Blaue vom Himmel verspricht. Die fünftgrößte Volkswirtschaft Europas braucht einen disziplinierten und erfahrenen Reformer. Das ist Rajoy. Er sollte Kurs halten.

Quelle presseportal  Foto by flickr/La Moncloa Gobierno de España

Sklaven sind unter uns - Ausbeutung heute

Das Schicksal von Millionen Ausgebeuteten hängt mit unserer Lust an billigen Waren zusammen. Von Christine Strasser

Regensburg (ots) - Sklaverei hat viele Gesichter - nicht nur das der Antike oder der Baumwollfelder Amerikas, wo die Sklaverei vor 150 Jahren offiziell abgeschafft wurde. Weltweit leben heute knapp 36 Millionen Menschen unter sklavenähnlichen Bedingungen, schätzen Menschenrechtler. Ihre Ausbeutung und unsere Lust an möglichst preiswerten und billigen Waren und Dienstleistungen hängen unmittelbar miteinander zusammen. Gerade in den Tagen vor Weihnachten, wenn die Geschäfte hierzulande rappelvoll sind und massenweise Waren über den Ladentisch gehen, die zum Teil unter furchtbaren Bedingungen produziert wurden, ist es geboten, sich das bewusst zu machen. Sklave zu sein, bedeutet rechtlos zu sein. Moderne Sklaven schuften in Minen, auf Baustellen oder Feldern, pflegen Senioren und Kranke, schlachten Tiere, putzen Wohnungen oder bieten sich auf dem Strich an. Sie werden gefangen gehalten, der Macht über ihr Leben beraubt und ausgebeutet. Auch in westlichen Industriestaaten arbeiten Menschen wie Leibeigene: in der Sexindustrie als Zwangsprostituierte, in Fabriken und als Bedienstete in Privathaushalten. Kevin Bales, Professor an der britischen University of Hull und einer der führenden Experten für Sklaverei, wird nicht müde das zu betonen. Bales ist Mitglied der Walk Free Foundation, die gegen Sklaverei kämpft, und Hauptautor des Global Slavery Index, ein Bericht der seit drei Jahren veröffentlicht wird und Statistik führt über die Ausbeutung von Sklaven in den einzelnen Ländern. Auch in Deutschland leben den Experten zufolge Sklaven. 10 500 Menschen müssen demnach hierzulande unter Bedingungen leben und arbeiten, bei denen ihre Grundrechte missachtet werden. Angekettet sind diese modernen Sklaven nicht unbedingt physischer Art. Schulden, Einschüchterung, Betrug, Isolation, Angst oder eine erzwungene Heirat werden dazu benutzt, um Menschen gegen ihren Willen festzuhalten. Bestürzung über das Leid der Menschen ist das eine. Was aber kann man dagegen tun? Welche Möglichkeiten gibt es, um gegen die moderne Sklaverei anzugehen, sie vielleicht eines Tages sogar zu überwinden? Es beginnt mit Hinsehen. Aktuellen Zahlen zufolge nimmt moderne Sklaverei wieder zu. Tausende Menschen aus Bangladesch, Indien und Pakistan werden auf Baustellen in arabischen Staaten, wie etwa Katar, versklavt. In Usbekistan läuft ein Großteil der Baumwollproduktion auf dem Rücken von Sklaven, darunter viele Kinder, ab. In Großbritannien wurden Sklaven befreit, die für 200 Pfund an Farmen, Fabriken oder Bordelle verkauft wurden. Eine "Schande für Deutschland" nannte Vizekanzler Sigmar Gabriel Zustände in deutschen Fleischfabriken, in denen osteuropäische Arbeiter schlachten und zerlegen - per Werkvertrag. Sie werden offen ausgebeutet: bei Arbeitszeiten von zwölf bis 16 Stunden, kaum Pausen, verspätet gezahltem Lohn, von dem ein großer Teil zudem für Fahrten zum Betrieb und die Miete für Zimmer oder oft auch nur notdürftig umgebaute Ställe, in denen sich zwei Männer ein Bett teilen müssen, einbehalten wird. Der zweite Schritt ist das Handeln. Lücken in der Gesetzgebung müssen geschlossen werden und geltende Vorschriften eingehalten werden. Im Zweifelsfall muss es mehr Kontrollen geben. Wer einkauft, kann versuchen auf fair gehandelte Produkte zu achten. Von der Idee, in Geldnot geratene Menschen freizukaufen, sind Experten wie Professor Bales nicht begeistert. Das würde Sklavenhalter in ihrem Geschäft bestätigen. Was langfristig wirksam ist: Armut bekämpfen, Menschen Bildung geben und Rechtsstaatlichkeit durchsetzen, damit Täter bestraft werden.

Quelle presseportal  Foto by flickr/Andreas Bauer

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