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Alexandros Tallos

Alexandros Tallos

Software: Zahl schwerer Schwachstellen hat sich laut Hasso-Plattner-Institut erhöht

2015 sank zwar die Gesamtzahl gemeldeter Software-Sicherheitslücken im Vergleich zum Vorjahr, aber die schweren Schwachstellen nahmen zu.

Potsdam (ots) - 2015 sind weltweit insgesamt weniger Software-Sicherheitslücken gemeldet worden als im Vorjahr. Allerdings stieg die Zahl veröffentlichter Schwachstellen mit hohem Schweregrad. Nach Analyse des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts (HPI) wurden allein in den vergangenen zwölf Monaten gut 5.350 Meldungen zu Software-Schwachstellen registriert oder aktualisiert. Im Jahr 2014 waren es noch rund 7.200 gewesen. Wie die Übersicht der Informatikwissenschaftler allerdings auch zeigt, liegen im Vergleich zum Vorjahr mehr Sicherheitslücken mit hohem Schweregrad vor (gut 2.000 gegenüber fast 1.800). Hinweise auf so genannte "Vulnerabilities" mittleren Schweregrads gab es 2015 mit gut 2.800 hingegen deutlich weniger. 2014 waren noch rund 4.800 registriert worden. Kaum Veränderungen gab es bei der Menge an Informationen über Software-Schwachstellen geringer Bedeutung. Sicherheitslücken in Software zu kennen ist deshalb wichtig, weil bei Angriffen auf Rechner und Einbrüchen in IT-Systeme solche Schwachstellen ausgenutzt werden.
Im Verlauf dieses Jahres registrierte die HPI-Datenbank für IT-Angriffsanalysen (https://hpi-vdb.de) gleichzeitig rund 7.000 neue Software-Produkte und 400 neue Hersteller. Insgesamt sind dort derzeit mehr als 73.100 Informationen zu Schwachstellen gespeichert, die für fast 180.000 betroffene Softwareprogramme von gut 15.500 Herstellern berichtet wurden.
"Wegen der Sicherheitslage bei Software müssen Computernutzer auch weiterhin vorsichtig bleiben", riet HPI-Direktor Prof. Christoph Meinel. Um Schwachstellen zu beseitigen, sollten immer alle Möglichkeiten genutzt werden, Betriebssystem, Internet-Browser und andere Software-Anwendungen zu aktualisieren, mahnte der Potsdamer Informatikwissenschaftler.
In der HPI-Datenbank sind die wesentlichen im Internet veröffentlichten und frei verfügbaren Angaben über Software-Sicherheitslücken und -Probleme integriert und kombiniert. Die Einstufung der Schwachstellen nach Kritikalität basiert auf dem freien, offenen und stark genutzten Industriestandard CVSS (Common Vulnerability Scoring System). "Aussagen darüber, wie viele unbekannte oder sogar unentdeckte Schwachstellen in einer Software stecken, können wir nicht machen", betonte Institutsleiter Meinel.
Er wies darauf hin, dass alle Internetnutzer auf der Website https://hpi-vdb.de mithilfe einer Selbstdiagnose ihren Browser kostenlos auf erkennbare Schwachstellen überprüfen lassen können, die Cyberkriminelle oft geschickt für Angriffe missbrauchen. Das HPI-System erkennt die verwendete Browserversion - einschließlich gängiger Plugins - und zeigt eine Liste der bekannten Sicherheitslücken an. Software zur Darstellung von Web-Inhalten wird von Hackern mit am häufigsten für Attacken genutzt, da sich die Anwender mit dem Browser im Internet bewegen und so einen Startpunkt für Angriffe bieten. Eine Erweiterung des Selbstdiagnose-Dienstes auf sonstige installierte Software ist laut HPI geplant.

Quelle presseportal  Foto by obs/HPI Hasso-Plattner-Institut

Papst erhält Karlspreis

Papst Franziskus erhält den Karlspreis Auszeichnung für Frieden und Europa

Bielefeld (ots) - Die Routine zu Weihnachten gebietet es seit Jahren, sich dem Wort des Bundespräsidenten zu widmen. Das ist heute anders. Grund ist die Auszeichung des Papstes mit dem Karlspreis. Die Aachener Jury versteht es seit jeher, sich mit ihren diversen Lobreden in den Mittelpunkt des gesellschaftlichen Diskurses zu manövrieren. Dass sie in diesem Jahr die Verkündung ihrer Botschaft so dicht ans Weihnachtsfest setzt, zeugt indes nicht nur von einem besonderen Verständnis des Eigen-Marketings. Mit der Verleihung des Karlspreises würdigt die Jury einen Südamerikaner, der den Europäern den Sinn ihrer Vereinigung deutlich macht. Im Grunde ist es eine Blöße dieses alten Kontinents, dass er dazu Franziskus' Hilfe benötigt. Europas Friedenswerk ist von nationalen Egoismen bedroht, wie wir sie seit langem in Ungarn und jüngst auch in Polen beobachten. Die Botschaft des Papstes aus Argentinien an diese und die übrigen Europäer lautet: Verspielt nicht leichtfertig, was ihr in Jahrzehnten an Frieden und Wohlstand für den Kontinent aufgebaut habt. Diese Botschaft ist den Karlspreis mehr als wert.

 

Quelle presseportal  Foto by flickr/Bundesministerium für Europa, Integration und Äu

Kein Friede ist selbstverständlich

Kommentar von Torsten Berninghaus zu Weihnachten

Hagen (ots) - Heute, zum Heiligen Abend, soll sich die Advents-Geschichte unserer Zeitung um Frieden drehen - und um Menschlichkeit in unserer Gesellschaft. Beides ist eng verbunden und nicht selbstverständlich. Gerade werden wir bezüglich dieser Werte auf die Probe gestellt. Der Flüchtlingsstrom fordert uns heraus. Nun ist es verhältnismäßig einfach, Willkommens-Plakate zu basteln und Päckchen mit dem Nötigsten zu verteilen. Schwieriger wird es, wenn Strukturen, Helfer und nicht zuletzt Behörden an ihre Grenzen stoßen. Wenn allein die Menge der Hilfesuchenden zu Planlosigkeit und zur Überforderung führt. Dann entstehen Zweifel an dem gut gemeinten Satz "Wir schaffen das".

"Fürchtet euch nicht", heißt es in der Weihnachtsgeschichte. Ein Zitat, das auch Bundespräsident Joachim Gauck im letzten Jahr in seiner Weihnachtsansprache benutzt hat. Er wollte diesen Satz als Aufforderung an alle Deutschen verstanden wissen, "unseren Werten, unseren Kräften und übrigens auch unserer Demokratie zu vertrauen". Heute, ein Jahr später, steht dieses Vertrauen noch immer auf dem Spiel. Bei einigen breitet sich die Befürchtung staatlichen Kontrollverlustes aus. Nicht umsonst ist die rechtspopulistische AfD in Umfragen zur drittstärksten politischen Kraft aufgestiegen.

Das muss die Politik ernst nehmen. Schließlich ahnt jeder, dass der Zustrom aus den Krisengebieten nicht unbegrenzt sein kann. Ansonsten läuft Deutschland Gefahr, die Fähigkeit zu verlieren, Hilfe zu leisten und Zuflucht zu bieten. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass wir an diesem Punkt noch nicht angekommen sind. Wenn Alexandra Krause aus Altena erzählt, welche Dankbarkeit sie erfahren hat in jenem mazedonischen Lager auf der Balkanroute, dann bekommen wir eine Ahnung davon, was es heißt, Leid zu lindern. Und vor allem wird uns deutlich vor Augen geführt, wie entscheidend es ist, endlich Frieden zu stiften.

Quelle presseportal  Foto by flickr/Michael Tesch

Kirchen loben Hilfsbereitschaft der Bürger

Immer öfter helfen Bürger in Deutschland

Essen (ots) - Die beiden großen Kirchen in unserer Region haben anlässlich des Weihnachtsfestes die enorme Hilfsbereitschaft vieler Deutscher gegenüber Flüchtlingen gewürdigt. Der Essener Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck und Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, äußerten im Gespräch mit der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ, Donnerstagausgabe) aber auch Verständnis für weit verbreitete Ängste vor einer Überforderung der Gesellschaft durch die hohe Zahl an Asylsuchenden im Land.

"Die große Hilfsbereitschaft der Menschen ist ein Phänomen, das aus unserer Ruhrgebietssicht völlig selbstverständlich ist", sagte Overbeck. Die Allermeisten hier seien Teil einer integrationswilligen Gesellschaft, "die seit über 100 Jahren fähig ist, Menschen unterschiedlicher Herkünfte, unterschiedlicher Sprachen und auch unterschiedlicher religiöser und weltanschaulicher Überzeugungen zu integrieren", so der Ruhrbischof. Overbeck forderte dazu auf, auch künftig integrationsfähig zu bleiben. Weihnachten sei ein Fest der Menschlichkeit. "Wo sie lebt, da vertraue ich auf die positiven Kräfte einer Gesellschaft und auf unseren Zusammenhalt", so der Bischof.

Präses Annette Kurschus sagte: "Ich bin dankbar für das umfangreiche und vielfältige Engagement bei uns - übrigens schon lange - in den Kirchengemeinden, in der Diakonie und in anderen Bereichen unserer Kirche." Dieser Einsatz wirke auf die Kirchengemeinden zurück. In der Praxis könne man dazugehören, "ohne schon ein überzeugter Christenmensch zu sein." Gleichzeitig warnte Kurschus davor, Probleme unter den Tisch zu kehren. "Moralische Appelle und Tabus, hinter denen sich Konflikte aufstauen, spielen allenfalls den Populisten von Pegida und Co. in die Hände."

Der Ruhrbischof verwies darauf, dass viele Menschen erkennbar überfordert seien mit dem Ausmaß der Veränderungsprozesse, die auf das Land zukämen. Overbeck: "So wie die Flüchtlinge sich verändern werden, wenn sie zu uns kommen, so werden auch wir uns verändern." Allerdings dürfe man nicht diejenigen vergessen, die hierzulande in sozialer Not seien. Veränderungsbedarf sieht der Ruhrbischof zudem auf europäischer Ebene. Mauern und Zäune bewirkten nichts. Die EU müsse nun auch eine soziale Union werden.

Quelle presseportal  Foto by flickr/Dennis Skley

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